Reittherapie Marleen

Für einen Außenstehenden sind die Veränderungen durch die Reittherapie bei Marleen wohl kaum wahrnehmbar. Zu Zeiten als es ihr insgesamt besser ging konnte man durchaus eine verbesserte Konzentration wahrnehmen. Entscheidend ist aber wohl eher, dass sie bei der Therapie von sich aus Körperspannung erzeugt und sich für einen für ihre Verhältnisse langen Zeitraum auf etwas konzentriert. Marleen ist oftmals sehr schlapp. Wenn sie dann aber das Foto von dem Pferd gezeigt bekommt und sie erfährt dass wir reiten gehen blüht sie förmlich auf. Spätestens im Stall ist die Veränderung dann sehr deutlich.

Die Reittherapie findet auf Lilli, einer 8-jährigen Irish Tinker Stute mit Hippotherapieausbildung statt. Lilli ist vom Stockmaß (Höhe der Schulter unter 1,48 m) her gerade noch ein Pony.

Eine Therapiestunde dauert in der Regel 1 Stunde, wobei Marleen nur für 15 bis maximal 25 Minuten auf dem Pferd sitzt. Das hängt ausschließlich von ihrer aktuellen physikalischen Verfassung ab. Wenn sie sehr gut drauf ist, hat sie ihre Hände beim Aufhalftern dabei; sie „hilft“ sozusagen. Sie ist anwesend wenn das Pferd die Decke und den Voltigiergurt angelegt bekommt. In dieser Zeit findet die erste Kontaktaufnahme zwischen ihr und Lilli statt. Dabei fasst Marleen selbständig das Maul von Lilli mit der gebotenen Vorsicht an (anfangs hat Marleen auch schon mal Lilli in die Nase gekniffen und das mögen Pferde gar nicht). Nach dem Marleen auf den Rücken des Ponys gehoben wurde und auf den Reitplatz (Sommer nach Möglichkeit draußen und im Winter in der Halle) steht begrüßt sie sie indem sie mit der flachen Hand den Hals tätschelt. Das musste lange geübt werden. Lilli wird im langsamen Schritt laufen gelassen. Wenn Marleen aus dem Gleichgewicht kommt bleibt Lilli stehen. An besonders guten Tagen läuft Lilli auch schon mal ein klein wenig schneller und muss fast gar nicht anhalten. Zwischendurch bekommt Marleen einen knautschigen Ball, den sie einer Person zuwirft und versucht wieder zu fangen. Ist die Zeit um bzw. die Konzentration kann nicht mehr aufgebaut werden, bleiben wir dabei wenn das Pony abgesattelt und abgehalftert wird. Danach wird Lilli von Marleen mit trockenem Brot, Möhren oder mal einem Apfel gefüttert. Auch hier muss sie sich wieder konzentrieren und das Pferd anschauen. Wir üben auch immer wieder Lilli mit der geöffneten flachen Hand zu füttern. Das ist dann der Abschluss der Therapiestunde.

Zurzeit gehen wir fest 1-mal wöchentlich reiten und (wenn mein Rücken wieder fit ist) immer auch mindestens 1 an den Wochenenden an denen Marleen bei mir bleibt. Während der Ferien haben wir auch mal innerhalb der Woche einen Termin eingeschoben.

Reiten ist ein fester Termin und eine tolle Abwechslung für Marleen die ihr Leben in vielerlei Hinsicht bereichert. Die Erde sieht einfach anders aus wenn man sie vom Rücken eines Pferdes betrachtet.

Es ist auch für mich als Mutter eine Bereicherung, mein Kind mit so viel Energie und Freude zu sehen.  Insofern freue ich mich sehr, dass Ava e.V. die Reittherapie von Marleen unterstützt

Yvonne Kron
Sybille Wunderlich